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Unvergessen

Passerella vom Pellerschloss

Und dann lebte hier noch ein Winzling - mein Zwergi namens Passerella. Sie war eine Windspielhündin mit einer traurigen Geschichte. Passerella (kurz oft Passi genannt, aber auch Rehlein, Stinkemops und Cinderellla) kam im August 2003 zu mir von Windhunde in Not. Bis zu dieser Zeit war Passi ein richtiger Wanderpokal - die durchlaufenen Stellen waren zahlreich. Passerella vom Pellerschloss ist am 26.10.1997 geboren und hat im Zwinger Pellerschloss zwei Würfe gehabt (1999 den S-Wurf mit 3 Söhnen und 2001 den U-Wurf mit 2 Söhnen). Sie ist DWZRV-Champion, VDH - und Österreichische Bundesjugendsiegerin - und dann war kein Platz mehr für sie.
Hier in Albig lebte Passi fast 7 Jahre. Sie war längst nicht mehr so ängstlich und verschüchtert wie damals und auch die Sauberkeit war wesentlich besser geworden. Die ersten Wochen, ja sogar Monate hatte sie ihre Pfützchen auf Sessel, Sofas und Bett gesetzt - wochenlang war hier alles mit Plastikspannbettlaken gesichert. Dann hatte sie es besser im Griff, auf Möbel wurde schon lange kein Pfützchen mehr abgesetzt - allerdings landete ab und an noch eines auf Teppich oder Fliesen. Aber auch das war zum Glück dann seltener.
Passi war unglaublich verfressen - kein Hund von mir war jemals so gierig. Und am glücklichsten war sie, wenn ich vor Computer oder Fernseher saß - mit Passerella unterm Pulli oder Shirt. Ich schleppte sie teilweise damit rum wie ein Känguru sein Junges im Beutel - nun ja, was tut man nicht alles für die lieben Kleinen!!
Ansonsten war Passi ein supersüßes Kerlchen - leicht aufdringlich und nervend ab und an - ein italienisches Windspiel-Nervsäckchen eben! Besonders groß und mutig fand sie sich, wenn beim Gassigehen Oya und Vaha, ihre persönlichen Sloughi-Bodyguards dabei waren. Blendend verstand sie sich mit meiner Whippethündin, die zwei waren unzertrennlich. Passerella ist am 19.Juli 2009 ganz plötzlich durch eine schwere Krankheit gestorben. Ich vermisse sie unendlich, war aber sehr froh, dass ich sieben Jahre lang aufgrund ihrer Größe einen “Dauerwelpen”  im Haus hatte.

Jasur Schuru-esch-Schams
Orlando Schuru-esch-Schams
Oya & Orlando
Bazin Ksar Ghilane
Baskaran & Bazin am Strand in Frankreich

Bazin heißt übersetzt "Falke" und leider ist er viel, viel zu früh von uns weggeflogen. Wir haben ihn, knapp ein Jahr alt, durch einen tragischen Unfall verloren.
Bazin war unser Wüstenprinz und ein unglaublich schöner Sloughi, ausgestattet mit einem Traumgangwerk, der hellen Farbe und einer wunderbaren Seele.
Es war der schlimmste Verlust eines Hundes, den wir erleiden mussten und es vergeht kaum ein Tag, an dem wir nicht an ihn denken. Auch nach Jahren haben wir seinen Verlust nicht verwunden und es kommen uns oft noch Tränen in die Augen, wie jetzt beim Schreiben dieses Textes!
Ein schwacher Trost, aber Bazin wird so lange es Ksar Ghilane gibt, einen ganz hohen und besonderen Stellenwert haben.

Baby
Oya, Baby & Vaha beim Toben

Baby, ein Irish Setter-Mädchen,  war mein erster eigener Hund, bis heute der einzige "Nichtwindhund" in Albig und dadurch etwas Besonderes. Als semmelgelber Welpe ins Haus gekommen (die rote Farbe prägt sich bei den Iren erst im Laufe der Jugend aus) war Baby ein supersüßes, pummeliges und tabsiges kleines Ding! Da wir uns damals nicht auf einen Namen einigen konnten, wurde sie in den ersten Tagen immer als "das Baby" bezeichnet und der Name blieb dann einfach. Was waren das für tolle Spaziergehzeiten mit dem Setter! Man ist einfach ohne Leine losgelaufen und Baby kam mit. Und das all die Jahre, egal ob Hase oder Reh den Weg kreuzten. Ein kurzer Ruf und Baby kam zurück! Ich könnte heute noch neidisch werden! Und auch mein Hoftor konnte ich früher mal offen lassen, sie wäre niemals weggelaufen.
Mein Baby war ein ungeheuer lebhafter Hund - und das auch im Haus. Sloughis sind (aber nur daheim!) die reinsten Schlaftabletten dagegen, denn der Setter war "immer am Mann". Wie ein Schatten wurde man tagein, tagaus verfolgt. Baby war aber auch mein treuster und zuverlässigster Hund. Für meine Sloughis bin ich Personal, für meinen Setter war ich die große Liebe! Und zu allen Hunden, die dann nach und nach bei mir einzogen, war sie extrem freundlich und hat bei ihnen Ersatzmutti gespielt. In all den Jahren - und sie wurde knapp 17 Jahre alt - hat sie nie und nirgendwo auch nur ein Knurren von sich gegeben!!
Der Verlust von Baby hat sehr geschmerzt, aber ich konnte mich trotzdem einigermaßen trösten, denn sie hatte ein langes, freies und sehr glückliches Leben!

Sharif

Im Gegensatz zu seinem Bruder Sharoun war Sharif die Unbekümmertheit in Person! Dazu seine relativ kleine Statur und viel Stop im Gesichtchen hat er seinen naiven Babycharakter niemals ganz verloren. Durch sein extrem sonniges und unkompliziertes Gemüt war er sehr unauffällig und ging im Rudel fast ein wenig unter. Da er aber von den Streicheleinheiten her gesehen auf keinen Fall zu kurz kam, lebte er hier sehr vergnügt vor sich hin und hatte ein rundum unbeschwertes, glückliches Leben.
Unzertrennlich mit seinem Bruder Sharoun hatte ich mit "Runi und Rifi" eine wunderbare Zeit!

Sharoun

Sharoun war einer der beiden Sloughirüden, die ich aus Tunesien mitgebracht hatte (unter der Rubrik "Ksar Ghilane" nachzulesen). Er war ein sehr introvertierter Sloughi, hatte fast autistische Züge und daher den Spitznamen "Rain Man". Sharoun hatte Zeit seines Lebens ungeheure Schwierigkeiten auf glattem Boden zu laufen. Der geflieste Küchen- und Wohnraumbereich war daher mit Bahnen von Flickenteppichen ausgelegt, auf denen er dann entlang laufen konnte und auch niemals verließ. Er hat immer sehr lange gebraucht, bis er sich an Neuerungen gewöhnt hat. Dann waren die Abläufe allerdings so fest in ihm verankert, daß er auch mit kleinen Änderungen schwer zu Recht kam. Ein Beispiel: Normalerweise steht das Auto zum Fortfahren mit der Rückseite vor dem Hoftor bereit. Ein einziges Mal stand es andersherum und schwupps saß Sharoun statt im Kofferraum auf der Kühlerhaube. Mit dem Autofahren tat er sich lebenslang schwer. Während der Fahrt hat er niemals gesessen oder gar gelegen. Das wurde stehend durchgezogen, egal wie lange es gedauert hat.
Sharoun war so extrem verträglich mit allen anderen Hunden, dass es teilweise schon an Desinteresse gegrenzt hat. Einzig sein Bruder entlockte ihm kleine Gefühlsreaktionen und war ihm auch Stütze und Rückhalt.
Bis auf diese kleinen Besonderheiten war mein "Tunesier" sehr leicht im Handling und ein wenig "Mamas Liebling".

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